Dundee – die Geschichte eines Lebenskünstlers

Der schokobraune Bube hat am 2. Dezember 2018 sein Pflegekörbchen bei AuA bezogen. Dundee hatte das Glück, das viele Vermehrerhunde nicht haben: er konnte die Vermehrerhölle verlassen! Der zweijährige Labrador-Rüde hatte bisher sein Leben als Deckrüde bei einem Vermehrer fristen müssen.

Die Zustände bei den Vermehrern sind bekanntermaßen nicht gut. Dementsprechend kam Dundee auch in einem desolaten Zustand bei uns an.

Während der Fahrt in die Freiheit, die von Ehrenamtlern unseres Vereins durchgeführt wurde, war er unsicher, aber nie panisch.

Die Fahrerinnen und Fahrer wickelte er schnell um seine Pfoten. Schon die ersten Fotos, die noch während seiner Reise im Internet eingestellt wurden, bescherten ihm eine große Fangemeinde.

Abends kam er endlich in der Pflegestelle an. Die Pflegestelle ist seit 2011 für AuA aktiv und hat sehr viel Hundeerfahrung. Viele leere und traurige Hundegesichter haben hier ihr Lachen wiedergefunden und sind für ihr neues Leben startklar gemacht worden.

Dundee war völlig ausgehungert. Die neuen Menschen, die anderen Hunde, der Garten – alles völlig uninteressant: die Küche hatte es ihm angetan! Mit den Vorderpfoten auf die Arbeitsplatte gestützt versuchte er nach den Futterschüsseln, die gerade in Vorbereitung waren, zu angeln. Nachdem sein größter Hunger gestillt war, interessierte er sich auch für seine Umgebung. Schnell ein paar Streicheleinheiten bei den Menschen abgeholt, dann mit dem Rest des Rudels auf Schnupperkurs gegangen. Die anderen Hunde waren alle angetan von dem tolpatschigen Labbi.

Schnell zeigten sich die ersten Baustellen, in der Nacht war Dundee sehr unruhig: Der arme Kerl hatte Würmer. Der Wurmbefall war extrem, es hätte sehr bedrohlich werden können – sie krabbelten ihm hinten aus der Körperöffnung, er erbrach sogar Würmer; Dundee hatte Flöhe und starken Pilzbefall in den Ohren. Das sollten aber nicht seine größten Probleme sein.

Der erfahrenen Pflegestelle fiel schnell auf, dass Dundee eine Fehlstellung der Hinter-beine hat und er sich auf eine ihm ganz eigene Weise absetzt und auch wieder aufsteht. Beim Anlaufen hatte er immer Schwierigkeiten. Da musste unbedingt der Tierarzt ein Auge drauf werfen.

Die Behandlung des Wurmbefalls, des lästigen Ungeziefers und der entzündeten Ohren schlug schnell an. Auch ein reinigendes Bad sowie die regelmäßige hochwertige Ernährung sorgten dafür, dass Dundee sich schnell wohler fühlte und recht bald viel mehr Lebensfreude an den Tag legte.

Dagegen waren die weiteren Ergebnisse der Untersuchungen durch den Tierarzt erschreckend.

Die Röntgenuntersuchungen ergaben, dass Herz und Lunge, der ganze Oberbauch auffällig sind. Blut und Kot waren auf Herz- und Lungenwürmer zu untersuchen. Eine Ultraschalluntersuchung war notwendig.  (Dundee nach den Untersuchungen, die er tapfer ertragen hat)

Zum Glück für unseren tapferen Buben waren die Tests auf Lungen- und Herzwürmer negativ. Die Sonographie des Bauches war unauffällig, offenbar waren die Würmer schuld an den ersten Schatten auf den Röntgenbildern.

„Nur“ ein leichter Herzklappenfehler war noch festzustellen. Kein Grund zur Besorgnis, aber es muss weiter beobachtet werden.

Was allerdings die orthopädischen Untersuchungen in der Tierklinik ergaben, war erschütternd:

Dundees Hüftgelenk ist in einem desolaten Zustand. Er leidet an einer Hüftdysplasie (HD). Diese „Erkrankung“ ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Es ist also nicht auszuschließen, dass Dundees Nachkommen, die er beim Vermehrer gezeugt hat und die gutgläubig und günstig von Interessenten gekauft wurden, ebenfalls an dieser Beeinträchtigung leiden. Eines der vielen Risiken, die Käufer von Vermehrerhunden eingehen.  Dundee wird – nach Meinung der Ärzte – aber wahrscheinlich eine OP der Hüfte oder ein künstliches Hüftgelenk erspart bleiben.

Es wurde ebenfalls festgestellt, dass beide Knie der Hinterläufe von Dundee luxiert sind. Mögliche Gründe hierfür sind eine angeborene zu flach ausgebildete Gleitrinne sowie Abweichungen der Knochenachse. Das linke Knie hat einen Schweregrad von 3 (Max. ist 4) und das rechte Knie Schweregrad 2. Links ist die Kniescheibe meistens verrenkt. Sie lässt sich bei gestrecktem Bein zwar wieder einrenken, rutscht beim Laufen jedoch stets wieder heraus. Auch die rechte Kniescheibe rutscht aus ihrer Führung und bleibt dann solange ausgerenkt, bis sie durch eine Streckung der Beine wieder in die korrekte Position zurückspringt. Instinktiv hat sich Dundee darauf eingestellt und seine Bewegungsweise darauf ausgerichtet. Erstaunlich wie agil er trotzdem ist.

In der Tierklinik wird unbedingt zu Operationen beider Knie geraten, damit diese orthopädischen Schäden behoben werden.

Dundee ist ein junger Hund, er hat noch viele schöne und glückliche Jahre vor sich! Inzwischen sprüht er voller Lebensfreude und ist in das Rudel integriert; Er spielt, schmust, hüpft, rennt, frisst und freut sich seines Lebens. Es ist unglaublich erleben zu dürfen, zu welchen Meisterleistungen der liebenswerte Bube trotz seiner Einschränkungen in der Lage ist.

Wir möchten, dass Dundee sein Leben genießen kann.

Wir sind bereit alles für Dundees Genesung und sein Wohlbefinden zu tun.

Die Prognosen der Ärzte in der Tierklinik Gießen sind sehr optimistisch und so wie der hübsche Labrador in die Herzen seiner Pflegefamilie und dessen Rudels gestürmt ist, sind auch von seiner Seite alle Hoffnungen berechtigt.

Natürlich wird es für Dundee ein langer und harter Weg. Auch für seine Pflegestelle wird es anstrengend und eine Geduldsprobe, denn Dundee ist sehr quirlig.

Bereits am 19. Februar steht die erste Operation an.

Das linke – stärker betroffene – Kniegelenk wird zuerst operiert; Bei der Gelegenheit wird er auch kastriert. Nach Ausheilung dieser ersten OP wird das rechte Knie in Angriff genommen. Wenn auch die Folgen dieser zweiten OP völlig ausgeheilt sein werden, sind wir guter Hoffnung, dass sich Dundees Hüftprobleme durch das normalisierte Gangbild und mit einem gezielten Aufbau von Muskulatur soweit stabilisieren lassen, dass ihm wenigstens die Hüft-OP erspart bleibt.

Dundee ist ein Beispiel dafür, was es bedeutet Hundewelpen von Vermehrern zu kaufen. Den Vermehrern geht es ausschließlich um Gewinn. Das Schicksal und die Gesundheit der Tiere sind ihnen völlig egal. Die Hunde werden nicht medizinisch versorgt, sie werden nicht richtig ernährt, sie erfahren keine Zuwendung, sie sind lediglich Mittel zum Zweck!

Wenn die Hunde irgendwann nicht mehr zu gebrauchen sind, werden sie – wie unser Dundee – einfach ausrangiert.

Dundee hatte das Glück, dass er weiterleben durfte, weil es tierliebe Menschen gibt, die sich seiner angenommen haben.

Wäre AuA nicht bereit gewesen ihn aufzunehmen – man kann nur ahnen, welches Schicksal ihm geblüht hätte…

So wie das „Pflegerudel“ gemeinsam für Dundee einsteht, können wir als Verein gemeinsam dafür sorgen, dass Dundee gesund wird. Eine Privatperson könnte diese Belastungen kaum stemmen.

 

Die Behandlungskosten für Dundee betragen zum jetzigen Zeitpunkt knapp 1.000,- EURO. Für die erste OP des linken Knies und die Kastration werden wir weitere ca. 1.800 – 2.000,- EURO aufwenden müssen.

Für eine finanzielle Unterstützung der Behandlungskosten in Form einer Spende* wären wir Ihnen sehr dankbar!

 

Unsere Bankverbindung:

Sparkasse Paderborn-Detmold

IBAN: DE92 4765 0130 1010 0976 06 

BIC: WELADE3LXXX

Unter diesem Link finden Sie Dundees aktuelles Tagebuch

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